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Verlauf der Schuppenflechte Erkrankung

Wie die Psoriasis beim Einzelnen verläuft, ist sehr großen Schwankungen unterworfen. Häufig verläuft sie in Schüben mit raschem Aufblühen, Andauern über gewisse Zeit und abschließender Abheilung (ca. 40 - 50 %).

Krankheitsverlauf

Wie die Psoriasis beim Einzelnen verläuft, ist sehr großen Schwankungen unterworfen. Häufig verläuft sie in Schüben mit raschem Aufblühen, Andauern über gewisse Zeit und abschließender Abheilung (ca. 40 – 50 %). Die Schübe treten vermehrt im Frühjahr und Herbst auf.

Die Schuppenflechte muss sich auch nicht ganz zurückziehen, denn nach einer Besserung können Herde an den “Lieblingsstellen” (Ellenbogen, Knie, Kopf) dauernd fortbestehen oder die Krankheit verläuft chronisch, mehr oder minder aktiv, ohne deutliche Rückbildung.
Immerhin verlaufen gut 20 % der Psoriasiserkrankungen mild mit wenigen Schüben und langen Zeiträumen ohne Beschwerden. Bei etwa 10 % der Patienten verschwindet sie für immer.

In der Regel beginnt die Psoriasis mit einem Exanthem, einem Ausschlag. Ein roter Fleck oder mehrere erscheinen an verschiedenen Stellen auf der Haut. Diese Flecken dehnen sich aus und bilden immer mehr silbrig glänzende, trockene Schuppen, die mehr oder weniger leicht abzulösen sind. Wenn man versucht, alle Schuppen mit dem Fingernagel oder einer Pinzette abzuheben, fängt der “nackte” Fleck ganz fein an zu bluten (“blutiger Tau”). Die Psoriasis geht mit sehr unterschiedlich ausgeprägten, wechselhaftem Juckreiz einher, der nach Patientenaussagen häufiger und quälender ist, als es die Lehrbücher vermuten lassen.

Ganz besonders typische Stellen des Befalls sind Ellenbogen, Knie, Kreuzbeinregion und der behaarte Kopf, allerdings können auch alle anderen Partien der Haut betroffen sein. Nur Fußsohlen und Handflächen werden in der Regel nicht befallen- außer bei seltenen und speziellen Verlaufsformen der Psoriasis. Dann aber ist die Haut geschwollen und rissig, weniger schuppig und sehr schmerzhaft.

Die einzelnen Herde der Schuppenflechte können in einem sehr gleichförmigen Bild stecknadelkopfartig (Psoriasis punctata) oder linsengroß (Psoriasis guttata) sein; häufig sind sie jedoch größer (Münzgröße: Psoriasis nummularis), dehnen sich aus, fließen zusammen zu landkarten- oder girlandenartigen Bildern (Psoriasis geographica, gyrata). Sie können auch kleinfleckig bleiben mit dem Bild des Sternenhimmels, mit größeren oder kleineren Sternen. Das Zentrum des Flecks kann sich schon bessern, abheilen, während sich die Ränder noch stark schuppend ausbreiten. Auffällig, wenn auch ungeklärt, ist die Tatsache, dass beide Körperhälften symmetrisch befallen werden.

Vor allem an bewegten Körperstellen können die trocken-schuppigen Herde durch die alltägliche Beanspruchung einreißen, bluten, sich nachträglich durch eindringende Bakterien oder Pilze entzünden, eitern und noch mehr jucken (das gilt auch für die kleinen Verletzungen durch das Kratzen aufgrund des verstärkten Juckreizes!).

Gibt man diesem Juckreiz nach, können an den Kratzspuren mit etwas Verzögerung neue Psoriasisherde entstehen. Gleiches passiert, wenn man die Haut schädigt, z.B. durch Verletzungen, Narben oder Operationen, auch durch Druckstellen (ungeeignete Kleidung, Schuhe), Injektionsstellen, (z.B. bei Diabetikern) oder Verbrennungen.
Dauern die Psoriasisschübe lange, so kann die entzündete Haut übermäßig viel Bindegewebe bilden; sie wird auf Dauer dicker und derber.

Auslöser der Schuppenflechte

Zur Ursache der Psoriasis kann, trotz aller Forschung, nichts Verbindliches gesagt werden

Viele Patienten, die schon länger an Psoriasis leiden, können schon absehen, wann sich ein neuer Schub anbahnt. Schwere Infektionskrankheiten (sehr häufig Scharlach oder Angina), Verletzungen, Verbrennungen, Unfälle, Operationen, seelische Belastungen oder Stress, Alkoholexzesse oder Sonnenbrand, kurz: Belastungen verschiedenster Art, können Ursache dafür sein, dass die Schuppenflechte wieder auftritt, allerdings mit einer langsamen Anlaufzeit von bis zu 14 Tagen. Auch Klimawechsel oder Zeiten hormoneller Umstellung (Schwangerschaft, Wechseljahre) gehören zu den Stressfaktoren. Darüber hinaus können Medikamente Psoriasisschübe auslösen, z.B. Betablocker (Herz- und Hochdruckmittel) oder das Malariamittel Chloroquin. Eben darum ist es wichtig, den Krankheitsverlauf zu beobachten und diesen dem Arzt mitzuteilen. Sinnvoll ist es, Tagebuch über alle Veränderungen zu führen, um persönliche Auslöser herauszufinden.

Psoriasis und die Seele

Viele Schuppenflechtepatienten berichten, dass seelische Belastungen aller Art die Schuppenflechte verschlechtern können. Prüfungssituationen, Ehekrisen, Scheidung, Tod eines geliebten Menschen oder Arbeitsplatzprobleme können die Ursache für einen neuen Psoriasisschub sein.

Eine ganze Reihe von Psychiatern und Psychologen haben daraufhin untersucht, ob die Seele oder die Persönlichkeit in ursächlichem Zusammenhang mit der Krankheit stehen (“psychosomatische Erkrankung”). Alle Ergebnisse jedoch zeigen, dass es die “typische Psoriasispersönlichkeit” nicht gibt, dass psychische Faktoren aber genauso auslösende Moments sein können wie Jahreszeit, Druck, Medikamente oder Sonnenbrand.

Sehr wichtig sind jedoch die seelischen Folgen der Erkrankung. Wer dauernd unter den schuppenden Flecken leidet, wer ständig die abweisenden Reaktionen und die Ablehnung seiner Umwelt erfährt, wird unsicher im Kontakt, verbittert, depressiv und einsam. Ein Schicksal, das er mit Patienten anderer entstellender Krankheiten teilt. Partnerschaften leiden oder kommen erst gar nicht zustande auf Grund der vom Gesunden als abstoßend empfundenen Hauterscheinungen.

Es ist sehr wichtig, das Selbstbewusstsein der Erkrankten zu stärken und trotz der Ressentiments der anderen gesellig zu bleiben.

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