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Schuppenflechte Behandlung mit Teer, Harnstoff und Co.

1888 stand im British Journal of Dermatology, einer sehr renommierten Fachzeitschrift für Hautärzte:"...Die Psoriasis ist nicht nur der Therapie gut zugänglich, sie ist heilbar."

1888 stand im British Journal of Dermatology, einer sehr renommierten Fachzeitschrift für Hautärzte:”…Die Psoriasis ist nicht nur der Therapie gut zugänglich, sie ist heilbar.” 100 Jahre später ist dieser Optimismus verflogen. Vielmehr gilt, dass wie bei einer ganzen Reihe von Krankheiten vor einer Behandlung die Ursachen bekannt sein müssen. Da die Ursachen nicht bekannt sind, muss die Behandlung auf das Ziel, die Symptome (Schuppen, Flecken und Entzündungen) für möglichst lange Zeit zum Verschwinden zu bringen, beschränkt werden.

Zur Anwendung kommen eine ganze Reihe von höchst verschiedenen Stoffen und Methoden, denen nur eines gemeinsam ist, nämlich die Entzündung zu hemmen und die überstürzte Zellvermehrung und Schuppenbildung zu bremsen.

Schuppenflechte Behandlung mit Teer

Noch aus dem letzten Jahrhundert stammt eine Behandlungsmethode mit Teer. Dieses Steinkohlenprodukt enthält eine Unzahl komplizierter organischer Substanzen, die die überstürzte Zellvermehrung behindern. Bis auf den Intimbereich und den behaarten Kopf wurden die Patienten eingepinselt, Tag für Tag, über längere Zeit. Wenn es sich auch in Amerika und Großbritannien noch einer gewissen Beliebtheit erfreut, so ist dieses Verfahren hierzulande zugunsten von ebenso wirksamen, aber anwenderfreundlicheren Verfahren in der häuslichen Schuppenflechte Behandlung weitgehend verlassen worden (bis auf einige teerhaltige Shampoos für die Kopfpsoriasis).

Schuppenflechte Behandlung mit Harnstoff

In Psoriasis-Herden ist der Gehalt des natürlichen Feuchthaltefaktors Harnstoff um 40 % im Vergleich zu gesunder Haut vermindert. Harnstoffhaltige Cremes und Salben können dieses Defizit ausgleichen und zu einer Normalisierung beitragen.

Schuppenflechte Behandlung mit Salicylsäure

Ein weiterer klassischer Wirkstoff zur Schuppenflechte Behandlung ist die Salicylsäure. Diese wirkt allerdings nicht entzündungs- oder wachstumshemmend, sie löst lediglich die Hornschuppen auf. Sie wird daher oft zu Beginn einer Therapie als Abschuppungsmaßnahme eingesetzt, wobei je nach Lage der Dinge der Arzt eine abgestimmte salicylsäurehaltige Rezeptur zusammenstellen wird.

Schuppenflechte Behandlung mit Dithranol

Ebenfalls ein Klassiker der Psoriasistherapie ist Dithranol. Von seinem Aufbau her ist es mit den Substanzen des Steinkohleteers verwandt. Sein Wirkprinzip ist ebenfalls ähnlich, verlässliche und anhaltende Unterdrückung des ungebremsten Zellwachstums der Psoriasisflecken.

Auf Grund einer sehr guten Wirksamkeit hat es auch heute noch seinen festen Platz im therapeutischen Arsenal behauptet, trotz der Nachteile, dass Dithranol intensiv Wäsche und Bettwäsche, aber auch Badewannen verfärbt, es die gesunde Haut schon in mäßigen Konzentrationen reizt (Dermatitis) und nach dem Abheilen eine langanhaltende Braunverfärbung der betroffenen Haut hinterlässt. Für den Körper selbst ist Dithranol eine sehr gut verträgliche Substanz.

Behandelt wird in langsam ansteigenden Konzentrationen bis an die Verträglichkeitsgrenze. Dies bedarf regelmäßiger Kontrollen durch den Arzt.

Schuppenflechte Behandlung mit Kortison

Nach der Teer- und der Dithranolära begann in der  Schuppenflechte Behandlung sehr bald der Einsatz von Kortisonpräparaten. Kortison ist das natürliche Hormon der Nebennierenrinde. Aus dem Bereich der inneren Erkrankungen ist die segensreiche Wirkung dieser Substanz auf Entzündungen aller Art, auf die Zellteilung und aufs Immunsystem bekannt, etwa bei Asthma, echtem Rheuma, schweren Allergien, Tumoren und in der Transplantationsmedizin. Ebenso bekannt sind aber auch die möglichen Nebenwirkungen wie Fettansatz bis hin zum sogenannten “Mondgesicht”, Osteoporose (Knochenschwund), Hochdruck, bleibende Unterdrückung der körpereigenen Kortisonproduktion der Nebenniere. Diabetes und Infektanfälligkeit, die bei schweren Erkrankungen wie Asthma oder echtem Rheuma ggf. in Kauf zu nehmen sind. Äußerlich angewandt entfaltet Kortison ähnliche Wirkungen; Hemmung der Freisetzung von Entzündungssubstanzen, Hemmung der Zellteilung und des Wachstums der Haut- Bindegewebs- und Entzündungszellen, Abschwellung und Abdichtung der Hautgefäße und Unterdrückung von immunologischen Abläufen – Wirkungen, die bei der Psoriasis hilfreich sind und die Kortison oder die Kortikoide rasch an die erste Stelle in der Psoriasistherapie gebracht haben. Denn auf der Suche nach stärker und länger wirksamen Medikamenten erhielt man durch chemische Veränderungen am Kortisonmolekül eine ganze Familie von “Kortikoiden” oder “Kortikosteroiden” mit unterschiedlichem Wirkprofil.

Die Anwendung ist einfach, wenig zeitaufwendig und sauber.

Insbesondere bei der Psoriasis capitis, der Psoriasis des behaarten Kopfes, werden Kortikoide, nach einer anfänglichen Abschuppung, gerne eingesetzt, entweder als einfach anwendbare Tinktur oder als Lotion. Bei der Lotion muss man wegen des Fettens die Haare zwar öfter waschen, dafür reizt sie aber die Haut weniger als die alkoholischen Lösungen.

Von der aufgetragenen Kortikoidzubereitung, Fettsalbe, Salbe, Creme, Lotion oder Tinktur, wandern höchstenfalls 10 % der Wirksubstanz durch die Haut hindurch; dementsprechend treten die typischen Nebenwirkungen des gespritzten oder als Tabletten eingenommenen Kortisons nicht auf, es sei denn, man wendet die Kortikoide falsch an und schmiert außerordentlich viel, sehr großflächig und sehr lange.

Es kann aber auch Nebenwirkungen an der Haut geben: Verdünnung der Haut (Atrophie), Auftreten vieler kleiner, blutgefüllter Äderchen, Akne, Schwächung des Bindegewebes mit Rissen in der Unterhaut und erhöhte Verletzbarkeit.

Diese Nebenwirkungen sind sowohl von der Dauer und der Art der Kortikoidanwendung wie von der Wahl des Kortikoids abhängig und dies sollte von einem Arzt betreut werden.

Wenn auch die Kortikoide die Psoriasissymptomatik rasch bessern können, so ist doch ihr Langzeiteffekt nicht so ausgeprägt wie der anderer Behandlungsmethoden, der Rückfall kommt schneller.

Schuppenflechte Behandlung mit Vitamin D3-Abkömmlingen

Bis Anfang der 90er Jahre standen dem Arzt eigentlich außer Dithranol nur die Kortikoide zur Verfügung. Seit 1992 gibt es als Alternative die Abkömmlinge des Vitamin D3. Dass Vitamin D3 die Schuppenflechte günstig beeinflussen kann, entdeckte man durch Zufall Anfang der 80er Jahre in Japan. Eine Patientin erhielt die Substanz wegen Osteoporose (Knochenschwund) und stellte fest, dass sich ihre gleichzeitig bestehende Psoriasis deutlich besserte. Die dann für diese Hautkrankheit speziell entwickelten Abkömmlinge des Vitamin D3 wirken etwa gleich gut wie Dithranol oder Kortikoide, sind aber viel besser verträglich.

Seit neuestem gibt es sogar einen Vitamin D3 -Abkömmling, der nur noch 1 x täglich (am besten abends) als Salbe aufgetragen werden muss.

Die Verträglichkeit dieses neuen Medikaments ist so gut, dass selbst empfindliche Hautflächen (z.B. Haaransatz, Gesicht und Achseln) behandelt werden können.

Schuppenflechte Behandlung mit UV-Licht

Die günstige Wirkung der Sonne auf die Psoriasis, schon vor 300 Jahren bekannt, war der Ausgangspunkt für ein inzwischen sehr bewährtes Therapieverfahren für die Schuppenflechte Behandlung, die Bestrahlung mit ultraviolettem Licht. Als energiereiche Strahlung kann UV je nach Wellenlänge, je kurzwelliger desto energiereicher, die Haut direkt schädigen, reizen oder nur bräunen.

Am nützlichsten sind Wellenlängen im Bereich der UV-B Strahlung (280 – 320 nm, 1 Nanometer = 1 Milliardstel Meter), die von modernen Geräten selektiv abgestrahlt werden (SUP, selektive UV-Phototherapien oder UV-B-Schmalband, 311 nm). Die Psoriasishaut wird langfristig mit kleinen Dosen bestrahlt, worunter die Herde langsam, aber nachhaltig abheilen. Die Methode ist gut verträglich, wenn auch sehr zeitintensiv; eine mögliche Nebenwirkung ist die Überdosierung, Verbrennung oder Sonnenbrand, die zur Entwicklung neuer Herde im Verbrennungsgebiet führen kann.

Für besondere Fälle kann UV-A-Strahlung (320 – 400 nm) mit einem lichtsensibilisierenden Medikament (Psoralen) kombiniert werden, das innerlich oder äußerlich angewandt werden kann (PUVA = Psoralen-UV-A-Methode). Die benötigte UV-Dosis lässt sich dadurch verringern. Allerdings können sich erhebliche Nebenwirkungen, wie Empfindlichkeit gegen natürliches Tageslicht mit der Gefahr eines Sonnenbrandes mit Blasenbildung auf der Haut und Augenschäden, einstellen. Bei innerlich angewandtem Psoralen drohen Juckreiz, Magen-Darm-Reizung, Leber- und Nierenschäden. Nur bei unkontrollierter und langfristiger Anwendung von UV-Licht können vorzeitige Alterung der Haut mit Falten und Elastizitätsverlust (die gegerbte Lederhaut) und eventuell sogar der Hautkrebs drohen, Stachelzellenkrebs und der “schwarze Krebs”, das Melanom.

Schuppenflechte Behandlung mit Vitamin-A-Abkömmlingen

Acitretin ist als innerliche Schuppenflechte Behandlung bei schweren, therapieresistenten Fällen sehr nützlich. Die Liste der Nebenwirkungen ist jedoch lang. Acitretin ist fruchtschädigend und darf deswegen Frauen im gebährfähigen Alter nur in Ausnahmefällen verschrieben werden.

Seit einiger Zeit wird ein anderer Vitamin-A-Abkömmling auch zur Lokalbehandlung der Haut bei weniger schweren Formen der Psoriasis eingesetzt. Der Körper wird dadurch weniger belastet, jedoch sind Hautreizungen häufig.

Schuppenflechte Behandlung mit Cytostatika / Immunsuppressiva

Auch Medikamente aus der Tumortherapie und Transplantationsmedizin, nämlich Methotrexat und Ciclosporin A, sind bei schwerster Psoriasis wirksam und einsetzbar, aber wegen der erheblichen Nebenwirkungen, insbesondere in der Langzeittherapie, sind sie nur ganz speziellen Fällen vorbehalten.

Schuppenflechte Behandlung mit richtiger Ernährung

Bei einer Reihe von Psoriatikern findet sich eine erhöhte Harnsäure im Blut. Da Harnsäure das Endprodukt z.B. aus dem Abbau von Fleischinhaltsstoffen ist, empfiehlt es sich, sehr sparsam mit Fleisch, Innereien, aber auch Fisch, Hülsenfrüchten, Samen und Getreide umzugehen, um die Folgen der hohen Harnsäure zu vermeiden, nämlich Gicht und Nierensteine.

Alle weiteren Beobachtungen lassen sich nicht verallgemeinern. Manche Patienten erleben eine Verschlimmerung ihrer Schuppenflechte nach scharfen Gewürzen (Paprika, Pfeffer, Chili, Curry) oder sehr würzigen Saucen (Tabasco, Ketchup, Grillsauce), andere vertragen verschiedene Obstsorten nicht, andere wiederum keinen Essig oder keine Nüsse.

Lebensmittel mit ausreichendem Gehalt an lebensnotwendigem Eiweiß und essentiellen Fettsäuren, hohem Anteil an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen sind hingegen sehr bekömmlich. Eine vollwertige und bedarfsgerechte Ernährung enthält viel pflanzliche Lebensmittel wie Getreide, Kartoffeln, Gemüse, fettarme Milch und ausreichende Menge an Getränke, wenig Fett, Zucker, Alkohol, sowie wenig tierische Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Eier und fettreiche Milchprodukte. Mit einer solchen Ernährung kann man seine Schuppenflechte Behandlung positiv begünstigen.

Schuppenflechte Behandlung mit dem Toten Meer

Schuppenflechte verläuft in der warmen Jahreszeit oft milder und auch das Sonnenlicht übernimmt einen günstigen Einfluss. Es gibt Orte auf der Welt, wo diese Effekte im Zusammenwirken mit weiteren Faktoren ganz besonders wirksam sind, so auch die Region des Toten Meeres.

Durch die Verdunstung unter der südlichen Sonne ist das Wasser des abflusslosen Toten Meeres zur konzentrierten Sole geworden. Wird die mit der Sole imprägnierte Haut der intensiven Sonnenstrahlung ausgesetzt, lässt die Kombination aus Salz und UV-Licht die Psoriasis oft für lange Zeit abheilen. Freilich hat auch diese Form der Behandlung Probleme. Nicht jeder verträgt das extreme Klima, besonders Herz- und Kreislaufgeschädigte müssen sich vorsehen.

Die Kombination aus Solebad und UV-Bestrahlung wird vermehrt auch in dermatologischen Praxen durchgeführt. Viele Fachleute halten jedoch die Kombination von Salz, UV-Licht und Klima, wie sie z.B. am Toten Meer vorzufinden ist – für besser.

Aber auch der einfache Urlaub kann schon Klimatherapie sein und Erfolg bei der Schuppenflechte Behandlung bringen. Besonders empfehlenswert ist ein Urlaub am Strand, möglichst in einem Klima, indem man Salzwasser und Sonne entspannt genießen kann.

Schuppenflechte Behandlung mit Fett

Auch wenn die Psoriasisherde mit ihren Schuppen glänzen, sind sie doch trocken und fettarm. Schon durch reichlich Fettanwendung verbessern Sie den Fettgehalt und die Geschmeidigkeit der Haut; sie reißt dadurch weniger ein und bietet somit Pilzen, Bakterien und möglichen allergieauslösenden Substanzen wie Waschmitteln, Weichspülern etc. weniger Möglichkeiten einzudringen. Der Entstehung eines Ekzems als Nachfolgekrankheit wird vorgebeugt. Zugleich lässt der Juckreiz nach. Die Fettung kann man sehr intensiv betreiben; es gibt Studien, die zeigen, dass reichlich Fett auf den Psoriasisflecken, über Nacht mit einer speziellen Folie luftdicht abgedeckt (“Okklusivverband”), in der Wirksamkeit wirkstoffhaltigen Salben oder Cremes nahekommt.

Um aber Hautreizungen zu vermeiden, sollte man nicht zu intensiv, zu fest, zu häufig reiben. Am einfachsten sind Ölbäder. Die Haut wird hierbei ohne große mechanische Reizung gefettet. Besteht stärkerer Juckreiz, gibt es Ölbäder mit juckreizstillenden Zusätzen

Schuppenflechte Behandlung mit Fumarsäureester

Die systemische Schuppenflechte Behandlung mit Fumarsäureestern ist inzwischen weit verbreitet, reine Fumarsäure wiederum ist bei Psoriasis unwirksam. Aufgrund des günstigen Nutzen-Risikoverhältnisses ist die Schuppenflechte Behandlung mit Fumarsäureestern häufig die Therapie der ersten Wahl. Die Therapie darf nur unter strenger ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden. Die beobachteten Blutbildveränderungen sind ein Hinweis auf die immunologische Wirkung der Fumarate, die auf einer Regulierung des Immunsystems der Patienten beruht.

Diese Nebenwirkungen sind jedoch durch regelmäßige Laborkontrollen beherrschbar. Es können schwere Psoriasisformen behandelt werden, bei denen eine äußerliche Therapie keine ausreichende Wirkung zeigt. Die Verträglichkeit der Medikamente ist zu Beginn der Schuppenflechte Behandlung nicht immer optimal, verbessert sich aber sehr häufig im weiteren Therapieverlauf.

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