Die modernen Therapiepläne bei Psoriasis ruhen im wesentlichen auf drei Säulen: An erster Stelle stehen alle Maßnahmen, mit denen die Haut von außen behandelt werden kann, z.B. mit Cremes und Salben oder die Kopfhaut mit Lösungen oder Shampoos. Die zweite Säule besteht aus der Möglichkeit, das Psoriasis-Geschehen mit Licht (UVA- oder UVB-Strahlen) zu beeinflussen. Die letzte Säule der Behandlung wird schließlich durch die sogenannte systemische Therapie gebildet, also eine medikamentöse Behandlung in Form von Tabletten oder Injektionen. Alle Therapieformen können miteinander kombiniert und durch Allgemeinmaßnahmen, wie beispielsweise eine Klimabehandlung, ergänzt werden.
Lokalbehandlung: Basis der Schuppenflechte Behandlung
Dithranol
Diese Substanz zum Einreiben ist eines der am längsten bekannten Medikamente bei Psoriasis. Diese wirkungsvolle Behandlung hat aber leider auch einige Nebeneffekte. Dithranol-Salben sollten ausschließlich auf Psoriasis-Plaques angewandt werden: Sonst kann es zu Reizungen der gesunden Haut kommen. Die Schleimhäute, besonders die der Augen, dürfen auf keinen Fall in Kontakt mit dem Wirkstoff geraten. Händewaschen nach der Anwendung ist unbedingt notwendig. Dithranol braucht einige Zeit zum Einwirken. Dabei muß auf eine besonders unangenehme Begleiterscheinung geachtet werden: Dithranol färbt intensiv aus, besonders auf die Kleidung. Die Hautverfärbungen durch Dithranol verblassen nach rund zwei Wochen wieder und sind völlig harmlos. Dithranol-Salben können nicht auf stark entzündeter Psoriasis-Haut angewendet werden, da es zu starkem Brennen und Schmerzen kommen kann. Dithranol wird bei akuten Schüben der Erkrankung in Verbindung mit UVB-Licht eingesetzt. Im Verlauf der Behandlung müssen steigende Konzentrationen angewendet werden.
Teerpräparate
Teerpräparate haben neben dem Verfärbungseffekt auch einen unangenehmen Geruch. Dennoch ist Teer eines der ältesten Mittel der Psoriasis-Therapie. Bis auf eine Steigerung der Sonnenempfindlichkeit haben Teerpräparate zudem kaum Nebenwirkungen. Sie stehen als Salbe, Paste, Shampoo oder Badezusatz zur Verfügung. Selbst reiner Teer kann auf die Haut gestrichen werden. Wichtig bei Teerpräparaten ist die regelmäßige Anwendung.
Vitamin-D-Präparate
Mit Wirkstoffen, die dem Vitamin D verwandt sind, ist eine wirkungsvolle Lokalbehandlung der Schuppenflechte möglich. Diese sogenannten Vitamin-D3-Analoga sind bewährter Bestandteil der Psoriasis-Therapie. Ihr Vorteil liegt darin, daß eine hohe Wirksamkeit bei guter Verträglichkeit mit einfacher Handhabung zu erreichen ist. Gleichzeitig werden sie von den meisten Patienten als kosmetisch akzeptabel empfunden, denn Vitamin-D-Präparate färben nicht und haben keinen unangenehmen Geruch. Aber auch für sie gilt: Ausschließlich erkrankte Hautpartien behandeln! Bei vorschriftsmäßiger Anwendung (2x täglich) kommt es bereits nach zwei Wochen zu einer sichtbaren Besserung der Hautbeschwerden. Das Präparat kann dann weiter kontinuierlich aufgetragen werden, unter Umständen nur noch einmal täglich oder jeden zweiten Tag.
Vitamin-D-Präparate stehen als Salbe, Creme und auch als Lösung (für die behaarte Kopfhaut) zur Verfügung. Sie haben sich auch in der Kombination mit Lichttherapie und allen medikamentösen Behandlungsformen bewährt.
Steroide
Die Steroide (dem Cortison ähnliche Präparate) sind äußerst wirksame entzündungshemmende Substanzen, die bei sachgerechter Anwendung auch gut vertragen werden. Je nach gewünschtem Anwendungsgebiet gibt es sie in Form von Salben, Cremes, Gels oder auch als Lösung zum Aufpinseln. Sie sind nicht zur Langzeittherapie geeignet, da es zu Hautverdünnung und einer Neigung zu oberflächlichen Hautblutungen kommen kann. Auch Auswirkungen auf den gesamten Organismus kommen vor. Schließlich kann das plötzliche Absetzen einer Steroid-Behandlung zu einem vorübergehenden Aufflammen aller psoriatischen Beschwerden führen. Wichtig ist also: Um die möglichen Nebenwirkungen zu vermeiden, ist besonders bei der Cortison-Behandlung auf einen bestimmungsgemäßen Gebrauch zu achten und den Anweisungen des behandelnden Arztes zu folgen.
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