Die Haut
Das Hautorgan besteht aus der eigentlichen Haut, wissenschaftlich Cutis genannt, und der Unterhaut, der Subcutis . Interessant ist für uns die Cutis, zwischen 1 mm (Gesicht) und 3 mm (Po) dick, wiederum aufgebaut aus der Lederhaut, dem Corium, in der die feinen Blutgefäße, Nerven und Faserzüge aus elastischen und Kollagenfasern laufen, fest verzahnt durch ein “Noppenmuster” mit der Oberhaut, der Epidermis. Auf der Trennschicht zwischen Ober- und Lederhaut, der Basalmembran, sitzen Hautzellen, die sich teilen, sich vermehren können und damit für die Erneuerung der Haut verantwortlich sind (Basalzellschicht). Die frisch entstandenen Zellen, rund und stachelig, werden weiter nach außen, in die Stachelzellschicht, geschoben. Rutschen sie von da im Rahmen der steten Hauterneuerung noch weiter in Richtung Oberfläche, fangen sie an, Keratinkörnchen (Hornsubstanz) in ihrem Inneren zu bilden (Körnerschicht), immer mehr, um dann zellkernlos zu werden, unterzugehen (Glanzschicht) und schließlich eine feste Schutzschicht gegen die Außenwelt zu bilden: die Hornschicht
Im Unterschied dazu fallen bei der psoriasiserkrankten Haut zwei Dinge auf:
- In der Lederhaut sind die kleinen Blutgefäße mehr geworden, sind prall gefüllt, zwischen den Bindegewebsfasern liegt Flüssigkeit und weiße Blutkörperchen, kurz, eine Entzündung liegt vor.
- In der Oberhaut sieht man in der Basalzellschicht viel mehr Zellen, die sich in Teilung befinden. Die Stachelzellschicht erscheint aufgelockert, und selbst hier teilen sich die Zellen. Die Körnerschicht ist breit, und viele ihrer Zellen finden sich intakt noch in der Hornschicht und in den Hornschuppen.
Während die normale Erneuerung der Haut von der Basalzellschicht bis zur Abschilferung als Hornschüppchen in etwa 28 Tagen abläuft, kann sie in aktiven Psoriasisherden bis auf 4 Tage verkürzt werden. Normalerweise stößt die Haut etwa 1 g Hornschüppchen pro Tag ab. Bei sehr aktiver Psoriasis können es bis zu 13 g / Tag werden. Was aber die Veränderungen auslöst und am Laufen hält, ist und bleibt unklar; es gibt viele Theorien. Erschwerend kommt hinzu, dass die Psoriasis eine ausschließlich menschliche Angelegenheit ist, weder gibt es diese Hautkrankheit bei irgendeiner Tierart, noch ist sie auf Labortiere übertragbar oder bei ihnen nachahmbar.
Die richtige Hautpflege für Schuppenflechte Patienten
Neben der reichlichen Fettanwendung auf den Flecken ist insgesamt auf eine schonende, aber konsequente Hautpflege zu achten. Entscheidend ist der richtige Fettgehalt und die Erhaltung des natürlichen Säuremantels der Haut, der eine wichtige Schutzfunktion wahrnimmt.
Bei der Haarwäsche sollte ein mildes, wenig entfettendes Haarwaschmittel benutzt werden. Bei stärkerer Schuppung kann man entschuppende, medizinische Haarwaschmittel verwenden. Heißes und ausgiebiges Duschen trocknet die Haut aus, zerstört den Säuremantel der Haut und leistet so einem Eindringen von Keimen oder neuem Aufblühen von Herden Vorschub. Besser ist das morgendliche Duschen mit lauwarmen Wasser.
Dabei kann man mit einem einfachen Verfahren die Abwehrkräfte stärken. Am frühen Morgen (zwischen 6 und 8 Uhr) produziert die Nebenniere das meiste körpereigene Kortison. Genau in dieser Zeit sollte nach einer kurzen lauwarmen Dusche noch ein kurzer, ganz kalter Duschgang eingelegt werden. So wird die Nebenniere dazu gebracht, bis zu 5 mg Kortison zu produzieren, eine Menge, die gegebenenfalls manches synthetische Kortikoid sparen kann.
Nicht günstig ist es, mit einer Wassertemperatur über 35° C baden, um dem Austrocknen der Haut vorzubeugen und den Juckreiz nicht zu verstärken.
Zur Reinigung sollten überfette Seifen oder gut rückfettende, saure Waschlotionen mit möglichst wenig Zusätzen verwendet werden.
Nach dem Waschen, Duschen oder Baden wird die Haut gemäß dem jeweiligen Hauttyp gepflegt, abgesehen der Psoriasisherde:
- bei fetter Haut: Milch oder Lotionen
- beim weniger trockenen Hauttyp: Lotionen oder Cremes
- bei trockener Haut: harnstoffhaltige Cremes oder Lotionen oder Salben